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Was sind Behelfsmasken und welchen Schutz bieten sie?

Was sind Behelfsmasken und welchen Schutz bieten sie?

Was sind Behelfsmasken?

Die Einführung der bundesweiten Maskenpflicht bedeutet nicht, dass sich ein jeder mit medizinischen Atemschutzmasken für die Nutzung im Alltag ausrüsten soll. Lieferengpässe bei der Versorgung von Kliniken und Pflegeeinrichtungen mit Schutzausrüstung, sowie die steigende Anzahl an Infektionen bei klinischem Personal führte bereits dazu, dass die Regierung die Wiederverwendung von Schutzmasken in Ausnahmefällen genehmigte. Auch das Robert-Koch-Institut erließ einen Maßnahmenplan zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Behelfsmasken (sog. Community Masken) sollen nun helfen, dass klinischem und pflegerischem Personal sowie den First Responders nicht die dringend benötigten Ressourcen weggenommen werden. Gleichzeitig soll das Tragen der Masken dazu führen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Neuinfektionen zu reduzieren – ganz im Sinne des Flatten-the-Curve Mottos. Im Prinzip lässt sich alles, was vor Mund und Nase gebunden werden kann und nicht als Schutzmaske zertifiziert ist, als Behelfsmaske bezeichnen.

Fremd- und Eigenschutz

Behelfsmasken dienen in erster Linie dem Fremdschutz: Tröpfchen können beim Niesen eine Geschwindigkeit von 180 Kilometer pro Stunde erreichen und damit deutlich weiter fliegen als der empfohlene Mindestabstand von 1,5 – 2 m. Die Behelfsmaske soll Sekret Tröpfchen abfangen, die normalerweise beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Umgebung geschleudert werden. Besonders zu Anfang einer COVID-19 Erkrankung sind ausgestoßene Tröpfchen höchst infektiös, zudem zeigen sich die ersten Krankheitssymptome erst nach einigen Tagen. In diesem kleinen Fenster könnte die infizierte Person schnell zum Superspreader werden, ohne es zu merken. Laut der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) können Behelfsmasken oder auch um Mund und Nase gewickelte Schals und Tücher, den Träger vor einer Tröpfcheninfektion von außen schützen, indem der größte Teil der Tröpfchen am Stoff hängen bleibt (Eigenschutz). Nur bei einer großen Nähe zum Hustenden können, laut DGKH, einzelne Teilchen durch den Stoff gelangen. Das RKI bleibt hingegen auch nach der Maskenempfehlung bei der Aussage, dass gesunde Menschen, die eine Mund-Nasen-Maske tragen ihr eigenes Ansteckungsrisiko durch eine Tröpfcheninfektion nicht verringern. Hier fehle die wissenschaftliche Basis für eine solche Aussage. Schmierinfektionen können durch Behelfsmasken jedoch verringert werden, da der Stoff den häufigen Griff an Mund und Nase hindert.

Welche Stoffe eignen sich für Behelfsmasken?

Viele Menschen nähen sich mittlerweile ihre Masken mit zahlreichen Anleitungen, die sich im Internet finden lassen. In einer Studie wurden verschiedene Materialien auf ihre Filterleistung untersucht. Geschirrtücher und Staubsaugerbeutel schnitten hier am besten ab. Behelfsmasken sollten möglichst aus Baumwolle (nicht zu dünn!) bestehen und hell sein, damit sie sich heiß genug waschen lassen. Baumwolle ist engmaschig, atmungsaktiv und hautfreundlich und damit gut für das tägliche Tragen geeignet. Wird in der Mund-Nasen-Bedeckung ein Zwischenraum freigelassen, dann lässt sich als eine zusätzliche Filtermöglichkeit auch eine Vlies oder Papiereinlage einsetzen. Neben Baumwolle, kommen häufig auch Jersey, Biberstoff sowie Mikrofasertücher und Staubsaugerbeutel zum Einsatz.

Werden Behelfsmasken selbst genäht, dann muss darauf geachtet werden, dass das verwendete Material nicht mit gesundheitsschädlichen Chemikalien vorbehandelt worden ist. Die Drogeriekette dm teilte in Österreich mit, dass das Aufschneiden von Staubsaugerbeuteln ein feines antibakteriell wirkendes Pulver aus Polymer freisetzt, welches durch den Atemweg Lunge und Verdauungsorgane schädigen kann. Die Nutzung von Staubsauger-Beuteln für selbstgebastelte Schutzmasken wird daher nicht empfohlen.

Kann man Mund-Nasen-Masken mehrfach benutzen?

Ja, wenn die Behelfsmasken bei mindestens 60 Grad gewaschen werden können und auf eine korrekte Handhabung geachtet wird. Die Mund-Nasen-Bedeckung darf dabei nur von derselben Person wiederverwendet werden. Selbstgebastelte Papiermodelle werden einmalig verwendet, während Stoffmasken mehrfach zum Einsatz kommen können.

Behelfsmasken richtig anwenden

Wiederverwendbare Stoffmasken sind eine Ergänzung zu den bisher empfohlenen Maßnahmen wie der Hand- und Hustenhygiene, den Abstandsregeln und der Kontaktminimierung. Träger der Stoffmasken sollten zu keinem Zeitpunkt sich in falscher Sicherheit wägen und bisher geltende Regeln missachten. Behelfsmasken sind vielmehr als eine Erinnerung an den Ernst der Lage zu sehen, welche die bisherigen Regeln verstärken. Damit der breite Einsatz von Mund-Nasen Masken mit der Maskenpflicht auch die gewünschte Wirkung erzielt, müssen die Masken im Alltag richtig getragen werden. Hier einige wichtige Hinweise:

  • Die Masken müssen eng anliegen, Mund und Nase bedecken und übers Kinn gezogen werden.

  • Vor und nach dem An- und Ausziehen der Masken werden die Hände gründlich gewaschen.

  • Vermeiden Sie das Zupfen der Maske während des Tragens.

  • Sobald die Maske durchfeuchtet ist, muss sie gewechselt werden.

  • Die Abnahme erfolgt ausschließlich über die Schlaufen.

  • Nach Gebrauch sollte die Maske bis zur Wäsche in einem luftdichten Behälter gepackt werden, um Kreuzkontamination zu vermeiden.