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Wie sicher sind Atemschutzmasken für Kinder?

Wie sicher sind Atemschutzmasken für Kinder?

Mund- Nasenmaske für Kinder

Seit der Maskenpflicht und den ersten Diskussionen um die Wiedereröffnung von Schulen und Kitas kursieren in WhatsApp und in den sozialen Medien anonyme Nachrichten, die davor warnen Kindern unter 6 Jahren Mund-Nasen-Schutz Masken aufzusetzen. Kinder würden den CO2 Ausstoß unter der Gesichtsmaske nicht kontrollieren können, sodass sich zu viel CO2 sammelt, welches wieder eingeatmet werden würde. Dies könne zu Atemlähmungen führen. Darüber hinaus begünstige die Feuchtigkeit in der Maske die Vermehrung von gefährlichen Keimen in der Lunge. Wie sind diese Warnungen zu beurteilen? – Insbesondere vor dem Hintergrund, dass u.a. auch Kinder als asymptomatische Träger mit wenigen bis gar keinen Krankheitssymptomen als potentielle Spreader von COVID-19 in Frage kommen? Kinderarzt Michael Aschenbach äußert sich zu diesen Warnungen im Gespräch mit der WA.

Seit der Maskenpflicht und den ersten Diskussionen um die Wiedereröffnung von Schulen und Kitas kursieren in WhatsApp und in den sozialen Medien anonyme Nachrichten, die davor warnen Kindern unter 6 Jahren Mund-Nasen-Schutz Masken aufzusetzen. Kinder würden den CO2 Ausstoß unter der Gesichtsmaske nicht kontrollieren können, sodass sich zu viel CO2 sammelt, welches wieder eingeatmet werden würde. Dies könne zu Atemlähmungen führen. Darüber hinaus begünstige die Feuchtigkeit in der Maske die Vermehrung von gefährlichen Keimen in der Lunge. Wie sind diese Warnungen zu beurteilen? – Insbesondere vor dem Hintergrund, dass u.a. auch Kinder als asymptomatische Träger mit wenigen bis gar keinen Krankheitssymptomen als potentielle Spreader von COVID-19 in Frage kommen? Kinderarzt Michael Aschenbach äußert sich zu diesen Warnungen im Gespräch mit der WA.

Aussage 1: Unter Atemmasken sammelt sich schädliches Kohlendioxid, das bei Kindern zu Atemlähmungen führen könnte.

Kohlendioxid ist ein natürliches Produkt des Stoffwechselprozesses in der Lunge. Eingeatmete Luft enthält etwa 21 % Sauerstoff und 0,04 % Kohlendioxid. Während des Gasaustausches in der Lunge wird der Sauerstoff von den roten Blutkörperchen aufgenommen und dabei wird Kohlendioxid freigesetzt, welches über die Ausatemluft wieder abgegeben wird. Die ausgeatmete Luft enthält nur noch dann ca. 17 % Sauerstoff und 4 % Kohlendioxid. Nur wenn der Luftaustausch behindert wird, würde der Sauerstoffgehalt immer weiter sinken und der Kohlendioxidanteil entsprechend steigen.

Mund-Nasen-Schutz sowie Behelfsmasken sind so konzipiert, dass Atemluft nicht nur durch das Material gelangen kann, sondern auch durch die Seiten der Masken. Kohlendioxid Moleküle sind viel zu klein, um von Atemmasken zurückgehalten zu werden. Selbst Masken der Schutzklasse FFP3 können lediglich Partikel bis zu einer Größe von 0,6 Mikrometern zurückhalten. Ein Kohlendioxid Molekül ist jedoch 2000 Mal kleiner und kann dadurch die geläufigen Masken problemlos passieren, sodass sich das Kohlendioxid nicht zwischen Maske und Gesicht anstaut und wieder eingeatmet wird. Zudem reagiert der menschliche Körper auch auf einen hohen Kohlendioxid Gehalt in der Atemluft mit Warnzeichen. Auch Kinder seien in der Lage diese Warnzeichen zu erkennen und dementsprechend die Maske selbstständig runterzuziehen.

Sind Behelfsmasken für Kinder gefährlich?

Aussage 2: Durch die Feuchtigkeit der Mundschutzmasken können sich gefährliche Keime in der Lunge vermehren.

Da Stoffmasken nur von einer Person getragen und wiederverwendet werden dürfen, sind die Keime die sich in der Maske ansammeln „nur“ die eigenen. Von unseren eigenen Keimen geht keine Gefahr für uns aus. Darüber hinaus sollten Stoffmasken nur so lange getragen werden, bis sie feucht sind. Danach müssen sie gewechselt bzw. bei mind. 60 Grad gewaschen und gut getrocknet werden bevor sie wiederverwendet werden können.

Sind Masken für Kinder gefährlich?

Grundsätzlich gilt, dass Kinder unter 2 Jahren und Babys keine Atemmasken tragen sollten. Der Atemweg von Babys ist zu klein, sodass das Atmen unter der Maske ihnen viel zu schwer fallen wird. Bei Kindern unter 2 Jahren besteht zudem das Problem, dass sie die Maske zu oft anfassen würden und damit Sinn und Zweck der Mundschutzes gefährden. Hier macht es mehr Sinn mit den Kindern soziale Distanz zu üben und möglichst zu Hause zu bleiben.

Gefährlich für Kinder seien nur Masken, die den Gesichtsbereich fest abschließen und den Luftaustausch stark behindern, wie etwa Staubschutzmasken aus dem Baumarkt. Je jünger die Kinder sind, desto schwieriger ist für sie die richtige Handhabung der Maske. Erst vom Grundschulalter an sei das Maskentragen für Kinder sinnvoll, da Grundschüler – nach einer Anweisung – meist in der Lage seien vernünftig mit Masken umzugehen. Besonders Masken mit Gummizug sind auch für Kinder einfach selbstständig anzuziehen und sollten denen mit Schnüren vorgezogen werden. In Begleitung eines Erwachsenen sollten aber auch kleinere Kinder Mund-Nasen-Schutz Masken tragen können. Wichtig ist, dass den Kindern keine Schutzmasken in Erwachsenengröße angezogen werden. Stoffmasken müssen auf Kindergröße angepasst sein und eng anliegen. Testen Sie bei der ersten Verwendung ob die Gesichtsmaske genug Luft durchlässt, um das normale Atmen so wenig wie möglich zu behindern. Zertifizierte Masken sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt von Kindern getragen werden. Beim Spielen im Garten ist es nicht notwendig, dass Kinder eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Auf Spielplätzen hingegen birgt die Atemmaske die Gefahr, dass ein Kind damit an einem der Geräte hängen bleibt.

Bei Kindern über zwei Jahren ist eine Mund-Nasen-Bedeckung beim Arztbesuch, der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder beim Einkaufen empfehlenswert. Hier sind auch die jeweiligen Verordnungen des Bundelandes zu befolgen. Natürlich müssen insbesondere Kinder mehrmals darauf hingewiesen werden, die Maske während des Tragens nicht anzufassen und sich vor dem Auf- und Absetzen die Hände gründlich zu waschen. Die Abstandregeln, Kontaktminimierung sowie die richtige Hand- und Hustenhygiene gelten auch für Kinder und bleiben die wichtigsten Eckpfeiler für die Eindämmung der COVID-19 Ausbreitung.